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Thule Slide-Out Step G2 einbauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung (Montage + Elektrik + Schaltplan-Logik)

Willkommen bei CamperSelbstbau. In diesem Artikel fassen wir die komplette 3-teilige Video-Serie zur Thule Slide-Out Trittstufe als einen durchgängigen Einbauartikel zusammen. Du bekommst:

  • einen Überblick zu den Varianten (z. B. Slide-Out 700 und Slide-Out 550)

  • die Montageanleitung unter dem Fahrzeug (inkl. Tipps/Tricks aus der Praxis)

  • die Elektroinstallation mit Schalter und dem Verhalten: Zündung an → Trittstufe fährt automatisch ein

  • die wesentliche Schaltplan-Logik (mit den Kabelfarben und Relais-Belegung aus dem Video)

Ziel: Wenn du eine elektrische Trittstufe am Wohnmobil nachrüsten willst, sollst du nach diesem Artikel genau wissen, wie der Einbau abläuft – ohne zwischen Teil 1–3 springen zu müssen.

Videoanleitung zum Einbau der Thule Slide Out Trittstufe

Inhaltsverzeichnis

Überblick: Welche Thule Slide-Out Trittstufe passt?

Im Video werden zwei Varianten gezeigt:

  • Thule Slide-Out 700 (größer)

  • Thule Slide-Out 550 (etwas kleiner)

Welche besser passt, hängt weniger von „größer ist besser“ ab, sondern von:

  • Einbaubreite / Platz unter dem Einstieg

  • Bodenfreiheit (wichtig, damit du nicht aufsetzt)

  • Türbereich (z. B. Schiebetür beim Kastenwagen / Fiat Ducato)

  • gewünschter Komfort (Trittfläche, Einstiegshöhe)

Wenn du am Fiat Ducato / Boxer / Jumper unterwegs bist: Plane so, dass die Stufe im Fahrbetrieb genug Reserve hat und ausgefahren wirklich ergonomisch hilft.

Vorraussetzungen & wichtige Maße

  • Bodenstärke prüfen: Konstruktion ist auf 22 mm ausgelegt; bei Böden über 23 mm muss Material abgenommen werden, sonst passt die obere Leiste nicht.

  • B-Säule prüfen: Verkleidung im Bereich der B-Säule muss ggf. gekürzt/ausgeschnitten werden; Schiene muss sauber/gerade als späterer Türabschluss sitzen.

Benötigtes Werkzeug & Material

Grundwerkzeug 

  • 13er Schlüssel (für Schrauben)

  • Imbus-/Aufsätze (je nach Schrauben im Set)

Einbau am Fahrzeug (Teil 2)

  • Einpresszange (für Gewindeeinsätze / Rivnuts) – sehr empfohlen

  • Bohrer: 3 mm (vorbohren) und 6,5 mm (aufbohren; im Video genannt)

  • Schlüssel / Nüsse: 10er und 13er, plus Verlängerung (falls nötig)

  • 2 Kabelbinder + Knipszange

Für die Montage der Abdeckung

  • Akkuschrauber

  • Torx 25 (im Video genannt)

Schritt-für-Schritt: Thule Slide Out Trittstufe einbauen

Schritt 1: Einbau-Theorie: Befestigungspunkte & Verkleidung

Die Trittstufe hat im Prinzip zwei Befestigungsbereiche:
  1. Unterboden / Schiene

    • Links und rechts werden Träger/Schienen hochgeklappt.

    • Schrauben werden über eine Nut/Schiene eingeführt und später gegen den Fahrzeug-Unterboden verschraubt.

  2. Vorderer Blechbereich

    • Vorne gibt es einen Bereich, wo am Fahrzeug ein Blech nach unten steht.

    • Hier wird mit längeren Imbusschrauben + Unterlegscheibe befestigt.

  3.  
Vorbereitung der Schrauben in der Nut (praktischer Ablauf)
  • Schraube durch das Loch, Sicherung + Unterlegscheibe dazu

  • Gewinde (idealerweise vorher eingepresst) wird genutzt

  • Gummikappen in die Fuge drücken (sollen sauber anliegen)

  • Schrauben in der Nut positionieren: z. B. eine Richtung Ende, eine mittig, eine passend zu den späteren Punkten

  • Dann die Schrauben „nach oben drücken“ und in die Nut/Position führen

 

Verkleidung / Rahmen-Abdeckung

Die Verkleidung besteht aus 3 Teilen + 2 kurze Schrauben + 2 Abdeckkappen.

  • Achte auf die Seite mit/ohne Schriftzug (im Video: „die ohne Schriftzug“ auf die richtige Seite).

  • Der Rahmen schließt sauber ab und hat unten eine Kante („Putzkante“), damit es ordentlich aussieht.

  • Fixiert wird die Verkleidung am Ende mit den kurzen Schrauben links/rechts und den Abdeckkappen.

Schritt 2: Montage unter dem Fahrzeug

Schritt 2.1: Gewindeeinsätze einpressen

Als allererstes werden die Gewinde eingepresst (im Video: „einmal hier und einmal hier“ – zwei Punkte).

  • Einpresszange ansetzen

  • Gewindeeinsatz sauber einziehen/einpresse

 

Schritt 2.2: Kabeldurchführung vorbereiten

Jetzt wird zuerst die Kabelführung gemacht (bevor alles endgültig verschraubt ist):

  • Achte darauf, dass das Winkelstück wirklich direkt am Loch anliegt.

  • Der Kabelschutz / Kabelschlauch muss fest drin sitzen.

  • Wo du durchgehst, ist grundsätzlich flexibel:

    • Du kannst ein bestehendes Loch nutzen, oder

    • (wie im Video) ein Loch bohren, das direkt da rauskommt, wo der Schalter sitzt.

Dann:

  • Kabel durchziehen und komplett durchziehen

  • Danach Kabel so fixieren, dass es nicht stört (z. B. frühzeitig mit Kabelbinder)

 

Schritt 2.3: Schrauben in die Nut führen & Trittstufe „ein hängen“

Wie in der Theorie:

  • Schrauben hochdrücken, in die Nut führen (links und rechts)

  • Kabel komplett durchziehen

  • Trittstufe vorne vorsichtig hängen lassen, damit du weiter arbeiten kannst

 

Schritt 2.4: Der Trick fürs Bohren (sehr wichtig)

Im Video wird ein Trick gezeigt, weil man „von hinten extrem schlecht dran kommt“:

  • Du richtest die Trittstufe an der geplanten Linie aus.

  • Zwischen Halter und Unterboden brauchst du ca. 3 mm Abstand.

  • Dafür nutzt du Abstandshalter (links und rechts).

  • Dann die Trittstufe mit einem Wagenheber hochdrücken, bis sie schön anliegt.

 

Schritt 2.5: Vorbohren und danach aufbohren
  • Mit 3 mm die Löcher bohren (Trittstufe hängt/ist positioniert).

  • Danach Trittstufe wieder runternehmen.

  • Alle Löcher mit 6 mm / 6,5 mm aufbohren (im Video wird 6 mm erwähnt, Werkzeugliste 6,5 mm – orientiere dich am tatsächlichen Set/Gewinde).

  • (Praxis-Empfehlung) Entgraten + Korrosionsschutz – das ist bei Unterbodenarbeiten Pflicht.

 

Schritt 2.6: Plastikkappen auf die Halter
  • Plastikkappen auf die Halter stecken (links/rechts)

  • große Unterlegscheibe vorbereiten

  • Schraube durch die Mitte

  • mit Akkuschrauber und Torx 25 die erste Schraube anziehen

  • dann das gleiche auf der anderen Seite

 

Schritt 2.7: Abdeckschiene montieren (mit „Schmutzfang“)
  • Abdeckschiene ansetzen (unten mit Schmutzfang)

  • Abschlüsse links/rechts aufclipsen

    • im Video: links kommt „das schöne Thulezeichen“ drauf

  • Wenn es eng anliegt: Trittstufe minimal nach unten ziehen, damit du die Schiene sauber gesetzt bekommst

  • Dann die zwei kurzen Schrauben links/rechts eindrehen

  • Abdeckkappen drauf

 

Schritt 2.8: Finale Verschraubung

Zum Schluss:

  • die Schrauben endgültig festziehen (im Video: 10er Nuss)

Damit ist die Montage unter dem Fahrzeug abgeschlossen.

Schritt 3: Elektrik anschließen (Schalter + Relais + Zündungsplus)

Ziel der Elektrik:

  • Du kannst die Stufe per Schalter ein- und ausfahren.

  • Sobald die Zündung eingeschaltet wird, fährt die Trittstufe automatisch ein.

Welche Kabel kommen aus dem Boden?

Im Video kommen 4 Kabel heraus:

  • grau

  • braun

  • rot

  • schwarz

 

Schritt 3.1: Massepunkt setzen
  • Massepunkt suchen

  • Lack entfernen (Kontaktfläche blank machen)

  • Kabel kürzen:

    • braun: nur so lang wie nötig bis zum Massepunkt

    • rot und grau: ca. 50 cm stehen lassen (gehen ans Relais)

    • schwarz: länger lassen (muss zum Schalter)

Dann:

  • braunes Kabel mit dem vorbereiteten Massekabel zusammen crimpen

  • am Massepunkt befestigen

 

Schritt 3.2: 12V Versorgung + Zündungsplus im Fahrzeug

Im Video wird erklärt:

  • Eine 12V Stromversorgung ist bereits im Fahrzeug vorhanden (kommt aus einer bestehenden Klemme/Verteilung).

  • Zusätzlich gibt es eine Klemme, die ein Zündungsplus-Signal liefert (damit das Relais weiß: Motor/Zündung an → Stufe einfährt).

 

Schritt 3.3: Absicherung (Sicherung 20A)

Ablauf aus dem Video:

  • 12V Plus läuft in eine 20 Ampere Sicherung

  • Am Ausgang der Sicherung gehen zwei Kabel wieder raus (für die weitere Verdrahtung)

 

Schritt 3.4: Relais anschließen (5 Kabel)

Für das Relais brauchst du insgesamt 5 Kabel:

  1. grau von der Trittstufe

  2. rot von der Trittstufe

  3. „rotes Kabel, das durchgeht“ (Verbindung zum Schalter)

  4. 12V Plus (von der Sicherung)

  5. Zündungsplus (vom Fahrzeug)

Relais-Belegung (wenn die Kappe nach oben zeigt):

  • ganz unten: 12V Plus (vom Sicherungsausgang)

  • links & rechts: die beiden grauen Leitungen

    • einmal Zündungsplus, einmal grau von der Trittstufe

    • wichtig aus dem Video: die beiden grauen kannst du vertauschen, das ist egal

  • oben: rotes Kabel von der Trittstufe

  • Mitte: das rote Kabel, das weiter zum Schalter durchgeht

Relais befestigen:

  • im Video wird es hinter einer Verkleidung fixiert, so dass es nicht stört – Position ist grundsätzlich frei, solange geschützt und zugänglich.

 

Schritt 3.5: Schalter-Stecker verdrahten

Im Video wird die Steckerbelegung so beschrieben:

  • ganz links: schwarzes Kabel (kommt von der Trittstufe)

  • daneben: 12V Plus (vom Sicherungsausgang)

  • oben: Masse (im Video ein Massekabel mit blauem Streifen erwähnt)

  • rechts: Kabel vom Relais (kommt aus der Mitte vom Relais)

Schritt 4: Funktionstest

Zum Schluss wird getestet:

  1. per Schalter: fährt ein/aus

  2. Zündung an, ohne den Schalter zu drücken:
    Trittstufe fährt automatisch ein

Genau dieses Verhalten ist der Kernnutzen der Relais-/Zündungsplus-Lösung.

Häufige Fehler & Lösungen

Prüfe zuerst die Basics: Sicherung (20A im Video), 12V Plus am Eingang, und vor allem den Massepunkt. Der Massepunkt muss blank (Lack entfernt) und fest verschraubt sein. Ohne saubere Masse passiert häufig nichts.

In der Praxis sind das fast immer Kurzschluss oder Scheuerstellen. Kontrolliere die Leitung auf scharfe Kanten, bewegliche Teile und Unterboden-Kontakt. Achte darauf, dass das Winkelstück sauber am Loch anliegt und der Kabelschutz (Schlauch/Wellrohr) wirklich fest sitzt.

Das deutet häufig auf Spannungsabfall hin: schlechte Masse, wackelige Verbindung, zu lange/ungünstige Leitung oder Kontaktproblem. Messe die Spannung unter Last (während sie fährt). Wenn die Spannung einbricht: Massepunkt und Verbindungen erneut prüfen.

Oft ist die Montage verspannt oder die Ausrichtung nicht sauber. Löse die Befestigung, richte neu aus und ziehe gleichmäßig an. Achte darauf, dass du beim Bohren/Montieren den 3-mm-Abstand sauber gesetzt hast (Abstandshalter-Trick aus dem Video), damit die Position stimmt.

Nutze den Video-Trick: Trittstufe anhalten, mit Abstandshaltern ca. 3 mm zum Unterboden setzen und dann mit dem Wagenheber anpressen. Erst 3 mm vorbohren, dann Trittstufe abnehmen und mit 6–6,5 mm aufbohren.

Nein – im gezeigten Aufbau ist das laut Video egal. Die beiden grauen Leitungen (Zündungsplus und graues Kabel von der Trittstufe) können am Relais vertauscht werden.

Prüfe das Zündungsplus-Signal (kommt es wirklich an?) und die Relais-Verdrahtung:

  • 12V Plus am Relais-Eingang (vom Sicherungsausgang)

  • Zündungsplus am Relais (eine der grauen Positionen)

  • rotes Kabel oben, rotes „durchgehend“ in der Mitte Richtung Schalter

Achte auf die richtige Orientierung (im Video: Seite mit/ohne Schriftzug) und setze die Abschlusskappen erst dann final, wenn die Abdeckung korrekt sitzt. Manchmal hilft es, die Trittstufe minimal zu entlasten/anzuheben, damit die Leiste sauber einrastet.

Wenn du diese Punkte beachtest, ist das Fliegengitter an der Schiebetür in der Regel schnell und sauber nachgerüstet. Im nächsten Abschnitt beantworte ich die häufigsten Fragen, die beim Insektenschutz fürs Wohnmobil immer wieder auftauchen.

FAQ: Insektenschutztür im Wohnmobil nachrüsten

Für die meisten Ausbauten solltest du mit etwa 1,5 bis 3 Stunden rechnen. Der Zeitfaktor ist meist nicht das Verschrauben, sondern das saubere Ausrichten der Schienen und die Vorbereitung an der B-Säule. Plane lieber etwas mehr Zeit ein, um zwischendurch mehrfach zu testen (Lauf/Dichtheit), bevor du alles final festziehst.

Ja, das ist der Normalfall im Ausbau. Entscheidend ist die Bodenstärke im Montagebereich: Wenn dein Bodenaufbau zu hoch ist, kann die obere Leiste später nicht mehr sauber sitzen. Miss deshalb vorab die Stärke und passe den Montagebereich bei Bedarf an, bevor du die Schienen final montierst.

In der Praxis sind es zwei Punkte: die B-Säule (weil dort der Abschluss dicht werden muss) und die exakte Parallelität von oberer und unterer Schiene (weil sonst der Lauf klemmt). Wenn du hier sauber arbeitest und mehrmals testest, ist der Rest des Einbaus meist unkompliziert.

Der Insektenschutz läuft leichtgängig über die gesamte Öffnung, schließt ohne Kraftaufwand und zeigt keine sichtbaren Spalte am Abschluss. Zusätzlich sollte die obere Schiene bündig zur Dichtung sitzen und beim Öffnen/Schließen kein „Schiefziehen“ entstehen. Ein guter Test ist, den Mechanismus 10–15 Mal hintereinander zu bedienen.

In vielen Fällen ja. Kleine Unebenheiten lassen sich oft mit geeigneten Dichtmaterialien (z. B. Quellband oder Dichtband) ausgleichen, ohne dass du die komplette Schiene neu setzen musst. Wichtig ist, die Ursache zu prüfen: Wenn der Spalt durch Verspannung oder Schiefstellung kommt, ist Nachjustieren der Schienen meist die bessere Lösung.

Bei plissierten Systemen sorgt die definierte Bedienposition dafür, dass die Kräfte gleichmäßig wirken. Wenn du zu weit außen ziehst oder drückst, kann die Führung schief belastet werden – das erhöht die Gefahr von Schiefzug oder schwergängigem Lauf. Mit korrekter Bedienung bleibt der Mechanismus länger leichtgängig.

Ergebnis:

Wenn alle Schritte sauber ausgeführt sind, schließt der FlyTec Insektenschutz passgenau und sorgt für einen zuverlässigen Schutz gegen Mücken und Fliegen im Camper.

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