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Beifahrersitz drehbar im Ducato nachrüsten

Wer seinen Fiat Ducato zum Camper ausbaut, steht schnell vor der Frage: Was passiert mit dem Beifahrersitz? Die meisten Kastenwagen kommen ab Werk mit einer Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite – praktisch für den Transporteralltag, aber im Wohnmobil oft unpraktisch. Ein einzelner, drehbarer Beifahrersitz schafft dagegen freien Durchgang zum Wohnraum und lässt sich im Stand als gemütlicher Wohnraumsitz nutzen.

In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du den Beifahrersitz im Fiat Ducato (sowie im baugleichen Peugeot Boxer und Citroën Jumper) Schritt für Schritt nachrüstest – mit den drei Bausteinen Sitzkonsole, Drehkonsole und Sitz. Außerdem erfährst du, welche Optionen du bei der Sitzhöhe hast und worauf du beim TÜV achten musst.

Welche Vorteile bringt ein drehbarer Beifahrersitz alles mit sich?

Die seriënmäßige Doppelsitzbank im Fiat Ducato, Peugeot Boxer oder Citroën Jumper blockiert den Durchgang zum Wohnraum und lässt sich nicht drehen. Beim Camper-Ausbau bringt der Tausch gegen einen Einzelsitz gleich mehrere Vorteile:

  • Freier Durchgang: Ohne die breite Doppelbank gelangst du bequem vom Fahrerhaus in den Wohnraum – ohne aussteigen zu müssen.
  • Drehbarer Wohnraumsitz: Mit einer Drehkonsole wird der Beifahrersitz im Stand zur Sitzgelegenheit am Tisch – das spart Platz und Gewicht gegenüber einer zusätzlichen Sitzecke.
  • Gewichtsersparnis: Ein Einzelsitz mit Drehkonsole wiegt deutlich weniger als die Doppelbank. Für Fahrzeuge an der 3,5-t-Grenze ein echter Vorteil.
  • Komfort-Upgrade: Pilotensitze bieten oft Armlehnen, Lordosenstutz und Neigungsverstellung – Features, die der Originalsitz nicht hat.

Inhaltsverzeichnis

Die drei Bausteine: So ist der Beifahrersitz aufgebaut

Egal ob du den Original-Beifahrersitz drehbar machst oder einen neuen Pilotensitz einbaust – der Aufbau folgt immer dem gleichen Prinzip von unten nach oben: Sitzkasten → Drehkonsole → Sitz. 

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Baustein 1: Der Sitzkasten (Sitzkonsole)

Der Sitzkasten ist das Untergestell, das den Sitz über dem Fahrzeugboden positioniert. Er wird mit vier Schrauben an der Bodenplatte befestigt und bestimmt die Sitzhöhe maßgeblich. Hier hast du zwei Optionen:

  • Option A – Original-Sitzkasten beibehalten: Wenn du mit der bisherigen Sitzhöhe zufrieden bist, kannst du den vorhandenen Sitzkasten einfach weiterverwenden. Bedenke aber: Eine Drehkonsole erhöht den Sitz um ca. 4-5 cm.
  • Option B – Flacher Sitzkasten nachrüsten: Hersteller wie Sportscraft bieten einen niedrigeren Sitzkasten an, der ca. 40 mm flacher ist als das Original. Damit wird die Höhenzunahme durch die Drehkonsole kompensiert.
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Sportscraft Sitzkasten flach Typ 3379010 Ducato X250

179€*

Baustein 2: Die Drehkonsole

Die Drehkonsole wird zwischen Sitzkasten und Sitz montiert. Sie besteht aus zwei Metallplatten, die über einen Drehmechanismus verbunden sind und das Drehen um 180° ermöglichen. Es gibt zwei Varianten:

  • Mittig drehend: Der Drehpunkt liegt zentral. Der Sitz bleibt beim Drehen auf derselben seitlichen Position. Geeignet bei wenig seitlichem Spielraum.
  • Versetzt (außermittig) drehend: Der Drehpunkt ist exzentrisch. Beim Drehen wandert der Sitz leicht zur Fahrzeugmitte hin. In den meisten Fällen die bessere Wahl für den Wohnraumeinsatz.

Bewährte Drehkonsolen für den Ducato ab Baujahr 2006 gibt es u. a. von CTA und Sportscraft. Der Einbau dauert laut Erfahrungsberichten etwa 30-60 Minuten. 

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Sportscraft Drehkonsole für Fiat X250 Fahrer/Beifahrer

199€*

Baustein 3: Der Sitz​

Beim Sitz selbst hast du die Wahl zwischen zwei Varianten:

  • Original Fiat-Einzelsitz: Wenn dein Ducato ab Werk einen Einzelsitz hatte, kannst du diesen einfach mit einer Drehkonsole kombinieren. 
  • Pilotensitz (Nachrüstsitz): Die komfortablere und oft günstigere Alternative. Hersteller wie Sportscraft bieten Pilotensitze (z. B. S 8.1 / S 9.1) mit Armlehnen, Lordosenstutz und Neigungsverstellung an. Für die Montage benötigst du eine Adapterplatte und passende Gleitschienen.
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Aguti Fahrer-/Beifahrersitz Milan für Ducato/Boxer/Jumper

825€*

Einbau Schritt für Schritt: Beifahrersitz im Ducato nachrüsten

Die folgende Anleitung beschreibt den allgemeinen Ablauf für den Fiat Ducato ab Baujahr 2006 (X250/X290) sowie die baugleichen Modelle Peugeot Boxer und Citroën Jumper. 

Benötigtes Werkzeug & Material

  • Torx-Bit (T50 o. ä.) mit Verlängerung
  • 18er oder 19er Nuss / Maulschlüssel
  • Ratsche mit Verlängerung
  • Ggf. Drehmomentschlüssel
  • Drehkonsole (z. B. CTA versetzt drehend)
  • Optional: Flacher Sitzkasten von Sportscraft
  • Ggf. Pilotensitz inkl. Adapterplatte und Gleitschienen
     Gurtschloss / Gurtpeitsche

Schritt 1: Alten Sitz / Doppelbank ausbauen

Zunächst den Sitz ganz nach hinten schieben, um die verdeckte Torx-Schraube in der Gleitschiene freizulegen und herauszudrehen (Torx T50 oder ähnlich, ggf. Verlängerung nutzen). Danach den Sitz wieder ganz nach vorne schieben und die hinteren Schrauben lösen, anschließend die vorderen Befestigungsmuttern (18er oder 19er Nuss). Den Sitz bzw. die Bank dann leicht nach hinten kippen und aus den hinteren Zapfen herausziehen – am besten zu zweit, da die Doppelbank schwer ist. Wichtig: Falls unter dem Sitz ein gelbes Kabel (Gurtstraffer/Airbag) liegt, unbedingt prüfen, ob es angeschlossen ist. Ist das der Fall, sollte der Ausbau von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Checkliste

  • Torx-Schraube vorne freilegen und lösen
  • Hintere Schrauben lösen
  • Vordere Befestigungsmuttern lösen
  • Sitz / Bank herausziehen (zu zweit)
  • Kabel / Stecker prüfen und ggf. sichern

Schritt 2: Sitzkasten (Sitzkonsole) einbauen oder tauschen

Wer den Original-Sitzkasten behalten möchte, kann diesen Schritt überspringen. Für den Wechsel auf einen flachen Sitzkasten zunächst den Original-Sitzkasten von der Bodenplatte lösen (vier Schrauben), dann den neuen flachen Sitzkasten positionieren und mit den mitgelieferten Schrauben an den vorhandenen Befestigungspunkten verschrauben. Falls die Handbremse auf der Fahrerseite liegt, muss die Handbremsverkleidung gegebenenfalls angepasst werden.

Checkliste

  • Original-Sitzkasten entfernen
  • Neuen flachen Sitzkasten positionieren
  • Mit mitgelieferten Schrauben fixieren
  • Handbremsverkleidung prüfen und ggf. anpassen

Schritt 3: Drehkonsole montieren

Die Drehkonsole auf den Sitzkasten setzen und mit den sechs Schrauben befestigen, dabei darauf achten, dass sie richtig herum liegt – der Entriegelungshebel muss gut erreichbar sein. Anschließend alle Schrauben gemäß den Herstellervorgaben anziehen und das Drehmoment beachten. Abschließend testweise drehen und prüfen, ob sich die Konsole frei um 180° drehen lässt, ohne an der Handbremse, dem Lenkrad oder der Mittelkonsole anzustoßen.

Checkliste

  • Drehkonsole auf Sitzkasten setzen
  • Ausrichtung und Hebelerreichbarkeit prüfen
  •  Schrauben mit korrektem Drehmoment anziehen
  • Drehmechanismus auf volle 180° testen

Schritt 4a: Originalsitz aufsetzen

Wenn du den Original Fiat Ducato Einzelsitz für Beifahrer verwendest, werden die vorhandenen Gleitschienen auf die Drehkonsole geschraubt (weitere sechs Schrauben). Dann den Sitz auf die Gleitschienen setzen – leicht nach hinten kippen, in die Zapfen einrasten und vorne verschrauben. Zum Schluss das Gurtschloss befestigen.

Checkliste

  • Gleitschienen auf Drehkonsole schrauben
  • Sitz einhängen und verschrauben
  • Gurtschloss befestigen
  • Sitz auf Beweglichkeit in den Schienen prüfen

Schritt 4b: Pilotensitz aufsetzen

Bei einem Nachrüst-Pilotensitz benötigst du zusätzlich eine Adapterplatte sowie passende Gleitschienen. Der Aufbau: Sitzkasten → Drehkonsole → Gleitschienen → Adapterplatte → Pilotensitz. Das Gurtschloss wird an der Adapterplatte befestigt.

Checkliste

  • Adapterplatte am Pilotensitz befestigen
  • Gleitschienen auf Drehkonsole montieren
  • Pilotensitz auf Gleitschienen aufsetzen und sichern
  • Gurtschloss an Adapterplatte befestigen
  • Abdeckplatten montieren

Schritt 5: Gurtschloss und Kabel anschließen

Befestige das Gurtschloss am neuen Sitz. Wenn dein Fahrzeug einen Beifahrerairbag hat, muss das Airbag-Kabel wieder korrekt angeschlossen werden. Das gilt insbesondere bei neueren Modellen (ab ca. Baujahr 2019) mit Sitzbelegungserkennung.

Checkliste

  • Gurtschloss korrekt befestigen
  • Airbag-Kabel anschließen (falls vorhanden)
  • Kontrollleuchten im Armaturenbrett prüfen
  • Gurtsystem auf Funktion testen

Sitzhöhe richtig planen: Original-Kasten vs. flacher Kasten​

Die Drehkonsole erhöht die Sitzposition um ca. 4-5 cm. Ob das ein Problem ist, hängt von deiner Körpergröße und dem Fahrzeug ab:

Wer den Original-Sitzkasten ohne Drehkonsole behält, sitzt auf Werksstandard-Höhe – geeignet für alle Körpergrößen. Kommt eine Drehkonsole dazu, erhöht sich die Sitzposition um etwa 4-5 cm, was für Personen bis ca. 1,80 m in der Regel noch problemlos passt. Der flache Sitzkasten in Kombination mit einer Drehkonsole gleicht diesen Höhenzuwachs wieder aus, sodass man am Ende etwa auf der gleichen Höhe wie ab Werk sitzt – diese Konfiguration eignet sich für alle Körpergrößen, auch über 1,85 m. Wer den flachen Sitzkasten ohne Drehkonsole verbaut, sitzt dagegen rund 4 cm tiefer als im Original, was vor allem für große Personen ab 1,90 m interessant sein kann. 

So drehst du den Sitz im Alltag

Das Drehen des Sitzes funktioniert mit etwas Übung in unter einer Minute:

  • Handbremse lösen (der Hebel kann beim Drehen im Weg sein).
  • Rückenlehne leicht nach vorne neigen, damit der Sitz am Lenkrad bzw. an der Mittelkonsole vorbeikommt.
  • Entriegelungshebel der Drehkonsole betätigen.
  • Sitz um 180° drehen, bis er im Wohnraum einrastet.
  • Ggf. Sitz auf den Gleitschienen nach hinten verschieben, um näher am Tisch zu sitzen.
  • Zum Fahren: umgekehrte Reihenfolge, danach Handbremse wieder anziehen.

TÜV-Eintragung: Was du wissen musst

Der Tausch der Beifahrerbank und/oder die Nachrüstung einer Drehkonsole muss in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden:

  • Doppelbank gegen Einzelsitz: In der Regel problemlos möglich, da die Befestigungspunkte identisch sind.
  • Drehkonsole: Erfordert Typgenehmigung oder ABE. Markenkonsolen (CTA, Sportscraft) werden mit dem entsprechenden Gutachten geliefert.
  • Pilotensitz: Auch ein Nachrüstsitz braucht ein TÜV-Gutachten. Sportscraft-Sitze werden mit Dokumentation geliefert.
  • Flacher Sitzkasten: Ebenfalls eintragungspflichtig, Gutachten wird mitgeliefert.
  • Airbag / Gurtstraffer: Bei neueren Fahrzeugen (ab ca. 2015-2019) im Zweifel vorab mit dem TÜV-Prüfer und einer Fachwerkstatt abstimmen.

 

Zur Info: Alle unsere Produkte im Shop werden mit gültigem TÜV-Gutachten ausgeliefert.

Besonderheiten bei Ducato, Boxer & Jumper

Der Fiat Ducato (ab 2006), Peugeot Boxer und Citroën Jumper teilen sich die gleiche Plattform. Die Befestigungspunkte für die Sitze sind identisch, ebenso die Sitzkästen. Alle hier genannten Konsolen, Sitzkästen und Pilotensitze passen gleichermaßen in alle drei Fahrzeugmarken. Auch der Opel Movano ab Baujahr 2022 gehört zur selben Plattform.

Fazit

Den Beifahrersitz für einen Fiat Ducato (oder Peugeot Boxer / Citroën Jumper) drehbar nachzurüsten gehört zu den Umbauten mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis im Camper-Ausbau. Mit den drei Bausteinen Sitzkasten, Drehkonsole und Sitz kannst du die Konfiguration flexibel an deine Bedürfnisse anpassen. Entscheidend ist, dass alle Komponenten zueinander passen und die notwendigen TÜV-Gutachten vorliegen. Dann steht der Eintragung und dem gemütlichen Drehen im Wohnraum nichts mehr im Weg

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Häufige Fragen zum drehbaren Beifahrersitz im Fiat Ducato nachrüsten

Am weitesten verbreitet sind Konsolen von CTA und Sportscraft. Für die meisten Camper-Ausbauten empfiehlt sich die außermittig drehende Variante, da man im gedrehten Zustand näher am Tisch sitzt.

Ja, der Einbau ist für handwerklich begabte Personen gut selbst durchzuführen. Die TÜV-Eintragung muss danach von einem Prüfer vorgenommen werden. Bei Fahrzeugen mit Airbag und Gurtstraffer im Sitz empfiehlt sich eine Fachwerkstatt.

Ja. Da alle drei Fahrzeuge die gleiche Plattform teilen, passen Drehkonsolen und Sitzkästen für den Ducato in der Regel auch in Boxer und Jumper. Im Zweifel beim Hersteller nachfragen.

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